Zürcher Haftanstalten gut ausgelastet

13.07.2017 - Medienmitteilung

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Heute präsentiert das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies einen Überblick über die Zahlen des Jahres 2016 und die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Jahre.

Präsentiert werden die Zahlen von Thomas Manhart, Chef des Amts für Justizvollzug, Andreas Naegeli, Direktor der JVA Pöschwies und Jérôme Endrass, Stabschef des Amts für Justizvollzug.

Thomas Manhart spricht über die insgesamt 440`545 Aufenthaltstage auf 1357 Vollzugsplätze, die im Jahr 2016 zu 89 Prozent ausgelastet waren und erklärt, warum diese Auslastung ideal ist. Es gibt den Verantwortlichen die Möglichkeit, Gefangene, beispielsweise bei Verdunkelungsgefahr, zu versetzen. Die Aufenthaltstage in der Untersuchungshaft haben seit 2012 von damals 148`212 auf 125`887 im Jahr 2016 abgenommen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Kriminalität im Kanton Zürich – wie im Übrigen in der ganzen Schweiz – abgenommen hat.

Abgenommen haben auch die Urlaube aus dem geschlossenen Vollzug von 267 im Jahr 2012 auf 193 im Jahr 2016. Abschliessend stellt Amtschef Manhart fest, dass es dem Justizvollzug gelungen ist, den Platzbedarf richtig einzuschätzen und gut zu planen. «Die Bedarfsplanung bleibt weiterhin ein wichtiges Thema», sagt Thomas Manhart. «Wir sind aktuell zusammen mit der Baudirektion daran, die Strategie für die Standortplanung unserer Gefängnisse und Institutionen festzulegen».

JVA-Direktor Andreas Naegeli spricht über die Altersentwicklung der Gefangenenpopulation der JVA Pöschwies. Waren im Jahr 2012 noch 15 Personen über 60 Jahre alt, waren es im Jahr 2016 bereits 30. Die Prognose für das Jahr 2019 liegt bei 36. Dies hat einen erhöhten Bedarf an Mitarbeitenden mit einer pflegerischen Ausbildung zur Folge.

In seiner Funktion als Stabschef und Leiter Forschung präsentiert Jérôme Endrass erstmals die Ergebnisse einer Rückfallstudie, welche die Rückfallraten der entlassenen Zürcher Straftäter während 16 Jahren auswertet. Dabei kommt er zum Schluss, dass die Rückfallrate bei nicht therapierten Straftätern 16 Prozent und bei therapierten Straftätern 12 Prozent beträgt (dies bei «Hands-On Gewalt- und Sexualdelikten» und einem Strafmass von mindestens 10 Monaten).

Über das Amt für Justizvollzug

Das Amt für Justizvollzug in seiner jetzigen Form, existiert seit dem Jahr 1999. Es ist eine Besonderheit des Justizvollzugs des Kantons Zürich, dass sämtliche am Straf- und Massnahmenvollzug beteiligten Disziplinen unter einem Dach, beziehungsweise in einer Organisation zusammenarbeiten. Das Amt für Justizvollzug umfasst den Psychiatrisch-Psychologischen Dienst, der für die psychische Grundversorgung der Gefangenen sorgt, aber auch deliktorientierte Therapien mit den Straftätern durchführt. Dies mit dem Ziel, das Rückfallrisiko eines Straftäters zu senken und ihm damit eine deliktfreie Zukunft in Freiheit zu ermöglichen. Der Psychiatrisch-Psychologische Dienst arbeitet eng mit den Bewährungs- und Vollzugsdiensten zusammen, die für den Straftäter während seiner gesamten Verweildauer im Justizvollzug zuständig sind und seinen Vollzug organisieren – vom Eintritt bis hin zur Entlassung. Daneben gibt es die JVA Pöschwies, die grösste JVA der Schweiz, die Vollzugseinrichtungen Zürich mit ihren fünf Gefängnissen, wo die Straftäter mit kürzeren Freiheitsstrafen untergebracht werden, sowie die Untersuchungsgefängnisse Zürich mit ihren fünf Gefängnissen und das Massnahmenzentrum Uitikon für Jugendliche und junge Erwachsene.

(Medienmitteilung des Amts für Justizvollzug)

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